Nominierungen zum Klima-Walk-of-Shame
Am 3. November 2026 geht es los: Ab dann werden wir einmal im Monat den Klimabremser-Award in Form eines brennenden Öltropfens in sieben Kategorien im Berliner Regierungsviertel vergeben.
Auf jeder dieser Klimabremser-Enthüllungen stehen die einzelnen Kategorien im Fokus, Branchen, Einflussstrategien und Akteursarten. Auch einen Sonderpreis Politik werden wir vergeben.
Wer den brennenden Öltropfen erhält, werden wir erst auf den öffentlichen Verleihungen mit einer feierlichen Preisverleihung bekannt geben.
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Big-Oil und Big-Gas-Lobby

Die großen internationalen fossilen Konzerne
Die großen Erdöl- und Erdgaskonzerne fördern fossile Brennstoffe und verkaufen diese weltweit für Strom, Industrie, Autos und Heizung. Big Oil und Big Gas holen den Stoff zum Weltverbrennen aus der Erde und machen damit Milliardengewinne.
Nominierte: ExxonMobil, Total Energies, Saudi Aramco, Gazprom, Chevron, BP und Shell
Der brennenden Öltropfen geht an:
ExxonMobil
Besonders fragwürdig: Diese fossilen Konzerne haben die Klimakrise nicht nur entscheidend mitverursacht, sondern Klimaschutz auch noch viele Jahrzehnte lang blockiert. Interne Dokumente zeigen: Konzerne wie Exxon oder TotalEnergies wussten von der menschengemachten Erderhitzung seit den 1970er-Jahren, hielten dieses Wissen aber zurück. Stattdessen säten sie Zweifel an den Fakten der Klimawissenschaft – eine Strategie, die auch von der Tabaklobby bekannt ist.
Diese Lobbystrategie funktioniert auch in Deutschland: US-Gaskonzerne drängen darauf, die EU-Methanverordnung abzuschwächen – und finden damit offene Ohren, vor allem bei Gaslobby-Ministerin Katherina Reiche und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Diese Nähe zur fossilen Industrie heizt die Klimakrise weiter an.
Deutsche Auto- und Verbrenner-Lobby

Mit „Technologieoffenheit“ auf der Bremse stehen
In deutschen Autos wird sehr viel Erdöl verbrannt – vor allem als Benzin und Diesel. Das wird immer teurer, belastet die Luft und verursacht klimaschädliches CO₂. Während andere Länder sehr viel mehr auf Elektroautos und öffentliche Verkehrsmittel setzen, bleibt die deutsche Autoindustrie noch im fossilen Zeitalter stecken.
Nominierte: VW, BMW, Mercedes-Benz, VDA, UNITI, Wirtschaftsverband Fuels & Energie en2x und die E-Fuel-Alliance
Ein Grund ist die enge Vernetzung mit der Politik: Ex-CDU-Kabinettsmitglieder arbeiten als Cheflobbyisten für Mercedes und den Verband der Automobilindustrie. Autokonzerne sponsern Parteitage von CDU und SPD. Auf „Autogipfeln“ spricht die Autolobby exklusiv mit Spitzenpolitiker*innen – Klimaexpert*innen sind ausgeschlossen.
Zur Verbrennerlobby gehören auch Zulieferer, Tankstellenbetreiber und Mineralölkonzerne. Sie preisen Scheinlösungen wie synthetische Kraftstoffe (E-Fuels). Sie berufen sich auf „Technologieoffenheit“, um ihr Verbrenner-Geschäftsmodell zu erhalten. Die Bundesregierung agiert als verlängerter Arm dieser Lobby, um EU-weite Beschlüsse zum Verbrenner-Aus zurückzudrehen.
Medienmacht und Superreiche

Desinformation und Stimmungsmache gegen Klimaschutz
Medienkonzerne, Verlage und deren milliardenschwere Eigentümer*innen prägen die Klimadebatte: Sie bestimmen, welche Themen Reichweite bekommen und setzen bestimmte Erzählungen. Desinformation und irreführende Narrative können Debatten verzerren, wirksame Maßnahmen delegitimieren und Klima-Aktivist*innen in schlechtes Licht rücken.
Nominierte: Axel Springer AG, Nius, Mathias Döpfner, Frank Gotthardt, Die Familienunternehmer
BILD und Die Welt hetzten mit dem „Heizhammer“ über Wochen mit irreführenden Aussagen über geplante Klimaschutzmaßnahmen. Das von einem Multimillionärs finanzierte Hetzportal Nius startete eine Kampagne gegen zivilgesellschaftliche Vereine, darunter Umweltverbände, und stellte diese als vermeintliche „Schattenmacht“ dar. Hinter der Axel Springer AG und Nius stehen Hochvermögende wie Mathias Döpfner und Frank Gotthardt mit jeweils engen Kontakten in die Politik.
Wenn hohe private Vermögen, fossile Ideologien und Medieneigentum zusammenkommen, werden klimapolitische Debatten massiv beeinflusst – mit politischen Folgen. Hinzu kommt: Milliardäre belasten das Klima über ihren übermäßigen CO₂-Verbrauch am meisten – und verfügen gleichzeitig mit ihrem übergroßen Reichtum über vielfältige Möglichkeiten, auf die Politik Einfluss zu nehmen.
Sonderpreis Politik
Fossile Konzerne und ihre klimaschädlichen Geschäftsmodelle heizen die Klimakrise an. Doch verantwortlich, dass dies immer so weitergeht, ist die Politik. Deswegen vergeben wir zusätzlich einen Sonderpreis. Wer ist eurer Meinung nach der oder die Politiker*in, die klimapolitisch gerade den größten Schaden anrichtet?
Nominierungen werden erst noch bekannt gegeben.
Deutsche Chemie- und Agrobusiness-Lobby

Greenwashing und Lobbydruck gegen Regulierung
Chemie- und Agrobusinesskonzerne präsentieren sich öffentlich als Partner für eine klimafreundliche Landwirtschaft. Aber ihr Geschäftsmodell basiert auf energieintensivem Anbau in Monokulturen mit massivem Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden sowie unklaren Folgen für unsere Gesundheit.
Nominierte: BASF, Bayer, VCI, CEFIC, Croplife
Die Erzeugnisse werden in die halbe Welt exportiert, dafür Wälder abgeholzt, Böden ausgelaugt und Insekten vergiftet. Dünger, Transporte und Rodungen heizen das Klima zusätzlich an.
Statt an ihrer Umwelt- und Klimaverträglichkeit zu arbeiten, investieren sie Millionen in Lobbyarbeit, um Klimaschutz abzuschwächen und Regulierungen gezielt zu verzögern, zu verwässern oder auszuhebeln. Mit ihren Lobbyverbänden drängen sie in Brüssel auf schwächere Regeln für die Überprüfung von Pestiziden und den Import klimaschädlicher Produkte.
Besonders perfide: Die Agrobusiness-Lobby stellt den Einsatz fossiler Rohstoffe, fragwürdiger Pestizide und industrieller Geschäftsmodelle als unverzichtbar für die Ernährungssicherheit dar. Gleichzeitig nutzen sie internationale Klimakonferenzen, um sich als „grüne“ Akteure zu inszenieren und technologische Scheinlösungen zu promoten.
Big-Tech-Lobby
Dreckige Energie für Rechenzentren
Der KI-Hype treibt den Ausbau von Rechenzentren weltweit massiv voran. Sie verbrauchen riesige Mengen Strom und Wasser. Der Energiebedarf wächst immer weiter und droht, fossil produziert zu werden.
Nominierte: Microsoft, Google, Meta, Amazon
Betreiber von Rechenzentren siedeln sich gerne dort an, wo der Strommix besonders dreckig ist, weil sie vor Ort verhindern, dass fossile Kraftwerke abgeschaltet werden. Häufig drängen sie auf den Bau eigener Gaskraftwerke.
Big Tech drängt gegenüber der Politik darauf, weiter wachsen zu dürfen. Hinweise auf Klimaschäden durch dreckigen Strom wiegelt die Branche als fortschrittsfeindlich ab. Tech-Konzerne wie Microsoft, Google und Amazon wollen schwächere Effizienz- und Transparenzregeln für Rechenzentren.
Das Energieeffizienzgesetz wurde bereits auf Druck von Rechenzentrum-Betreibern abgeschwächt: Verbrauchsdaten können nun als Geschäftsgeheimnisse verborgen werden, Effizienzvorgaben wurden gesenkt und Pflichten zur Nutzung von Abwärme können umgangen werden. Unsere Recherchen haben gezeigt: Das ist offenbar das Ergebnis harter Lobbyarbeit.
Deutsche Gaslobby
PR-Arbeit mit großer Nähe zur Politik
Erdgas ist eine „Brückentechnologie“ und sauberer als Kohle? Jahrelang hat uns die fossile Gaslobby dieses grüne Märchen aufgetischt. Doch das ist eine PR-Fassade.
Nominierte: SEFE, Eon, RWE, EnBW, VKU, BDEW, DVGW, Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft
Die deutsche Gaslobby verschweigt, dass bei Förderung, Verarbeitung und Transport große Mengen Methan entweichen können – eines der klimaschädlichsten Treibhausgase. Sie bremst echten Klimaschutz aus, um die Gewinne der fossilen Industrie so lange wie möglich abzusichern. Mit finanzstarken PR- und Lobbyverbänden und einer erschreckend großen Nähe zur Politik hat es die deutsche Gaslobby geschafft, uns tief in die fossile Abhängigkeit zu treiben.
Beispiel „Heizungsgesetz“: Der Öffentlichkeit, Politik und kommunalen Stadtwerken wurden Scheinlösungen wie Wasserstoff angepriesen. Oder Gaskraftwerke: Das Wirtschaftsministerium forderte Positionspapiere bei Gaskonzernen an, um diese gegenüber klimafreundlichen Batteriespeichern zu bevorteilen.

Wer erhält den brennenden Öltropfen?
Erfahre, welche Akteure im Fokus stehen, welche Hintergründe es gibt und wann die nächste Enthüllung stattfindet.
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