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ExxonMobil

Ausgezeichnet in der Kategorie Big-Oil- und Big-Gas-Lobby

ExxonMobil wusste früh um die Klimafolgen von Öl und Gas. Statt Konsequenzen zu ziehen, säte der Konzern Zweifel an der Klimawissenschaft, finanzierte Klimaleugner-Netzwerke und bremste politische Maßnahmen aus. Heute versucht ExxonMobil weiterhin, wirksamen Klimaschutz in der EU und Deutschland zu verhindern. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hilft dem Konzern dabei.

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ExxonMobil hat den brennenden Öltropfen verdient für

ExxonMobil-Raffinerie
  • jahrzehntelange PR-Kampagnen gegen die eigenen Erkenntnisse zu den zerstörerischen Folgen seines fossilen Geschäftsmodells

  • die Finanzierung von Thinktanks und verdeckten Lobbygruppen, die die menschengemachte Erderhitzung leugnen – und deren Erzählungen auch nach Deutschland reichen

  • aggressive Lobbyarbeit zur Abschwächung europäischer Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, um weiter Milliarden mit klimaschädlichem Öl und Gas zu verdienen

Erfahre mehr über die Lobbyarbeit von ExxonMobil

ExxonMobil zählt zu den größten Öl-, Gas- und Chemiekonzernen der Welt. 2025 erzielte der Konzern 323,8 Milliarden US-Dollar Umsatz und 28,8 Milliarden US-Dollar Gewinn. Der Konzern verursacht durch die Nutzung seiner Öl- und Gasprodukte rund ein Prozent des weltweiten CO₂-Ausstoßes – und wird damit nur von staatlichen Konzernen wie Saudi Aramco oder Coal India (2023) übertroffen.

Zugleich investierte ExxonMobil 2025 mehr als 10 Millionen Euro in Lobbyarbeit in den USA, der EU und Deutschland. Dabei geht es dem Kontern unter anderem um die EU-Methanverordnung und die europäische Lieferkettenrichtlinie: Beide Regelungen sollen abgeschwächt werden, um weiter ungestört Öl und Gas fördern und in die EU exportieren zu können.

Exxons Firmenstrategie ist eine Geschichte der Täuschung: Schon 1981 warnte Exxon-Forscher Roger Cohen intern, die Folgen des Verbrennens von Öl und Gas könnten für einen erheblichen Teil der Weltbevölkerung „katastrophal“ sein. Exxons Reaktion: Das Unternehmen startete eine massive PR-Täuschungskampagne.

Deren Ziel war, in der Öffentlichkeit Zweifel an der Klimaforschung zu säen und damit wirksamen Klimaschutz zu verzögern. Exxon-Chef Lee Raymond bezeichnete Klimapolitik 1996 öffentlich als Folge „schlechter Wissenschaft“. Zur Kampagne gehörten gekaufte Zeitungsanzeigen und das Finanzieren von Wissenschaftlern, die Exxons Botschaften verbreiteten, wie interne Konzernunterlagen belegen.

2015: Protest gegen Exxon in Washington

Als diese Praktiken öffentlich wurden, formierte sich Widerstand. Unter dem Motto #ExxonKnew protestierten Umweltorganisationen gegen den Konzern. Mehrere US-Bundesstaaten und Kommunen verklagten ExxonMobil zudem wegen mutmaßlicher Klimatäuschung. Bis Sommer 2027 wird der Oberste Gerichtshof der USA über die Zulässigkeit einer Klage der Kommune Boulder u. a. gegen Exxon Mobil entscheiden – das Urteil wird wegweisend für das weitere rechtliche Vorgehen gegen den Konzern sein.

ExxonMobil leugnet mittlerweile den Klimawandel nicht mehr offen. Der Konzern setzt stattdessen auf die Erzählung, fossile Energien blieben unverzichtbar und Technologien wie CO₂-Abscheidung sollten die Folgen begrenzen. Doch auch dies zielt weiterhin darauf ab, die Förderung und Nutzung von Öl und Gas möglichst lange fortzusetzen. Trumps fossiler Rollback des „Drill, baby, drill“ kommt dem Konzern dabei zugute.

Zusätzlich gab ExxonMobil von 1998 bis 2020 mehr als 39 Millionen US-Dollar an über 60 Organisationen, die Zweifel an der Klimakrise verbreiteten oder sie sogar aktiv leugneten – darunter libertäre Thinktanks wie das Cato Institute, die Heritage Foundation und das Klimaleugner-Netzwerk Heartland Institute.

Über das Heartland Institute wirkt diese Strategie auch nach Deutschland: Der Verein Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE) verbreitet auch heute noch Übersetzungen seiner Materialien und kooperiert mit ihm bei Veranstaltungen. Das zeigt, wie sich US-finanzierte Netzwerke der Klimaleugnung international verbreiten.

Auch ExxonMobils Lobbyarbeit reicht bis nach Berlin. Ende März 2026 traf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche auf der internationalen Öl- und Gaskonferenz CERAWeek in Texas auch Vertreter von ExxonMobil. Interne Vorbereitungsunterlagen aus dem Wirtschaftsministerium zeigen, dass es bei der Reise unter anderem um langfristige Gaslieferverträge mit US-Exporteuren ging.

Kurz darauf setzte sich Reiche dafür ein, die Anwendung der EU-Methanverordnung um drei Jahre zu verschieben. Diese Forderung entspricht zentralen Interessen von US-Öl- und Gaskonzernen, die strengere Regeln für Methanemissionen und fossile Importe ablehnen.

Auch bei der EU-Lieferkettenrichtlinie machte sich ExxonMobil für eine Abschwächung stark. Recherchen zufolge tauschte sich das Wirtschaftsministerium mit dem Konzern über Änderungen aus. Eine schwächere Richtlinie reduziert die Anforderungen, Klimarisiken und Menschenrechtsverletzungen entlang globaler Lieferketten zu überprüfen und zu begrenzen – auch beim Import von Frackinggas aus den USA.

ExxonMobil steht damit beispielhaft für einen fossilen Konzern, der über Jahrzehnte Klimaschutz verhindert hat und dennoch weiterhin direkten Zugang zu politischen Entscheidungsträger*innen erhält. Mit der Verleihung des brennenden Öltropfens fordern wir: Die Bundesregierung darf nicht fossile Lobbyinteressen zum Maßstab ihrer Politik machen, sondern Klima- und Gemeinwohlinteressen ins Zentrum ihrer Energie- und Wirtschaftspolitik stellen.

Wer bekommt den nächsten brennenden Öltropfen?

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